Ausbildung

Die Ausbildung für den Dienst als Funkoffizier mit dem Funkzeugnis 2. Klasse dauerte in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts an der Seefahrtschule in Wustrow im Direktstudium insgesamt 6 Semester. Ein zweiter Weg zu diesem Funkzeugnis war 1 Jahr Studium zum Funksonderzeugnis, mehrere Jahre Seefahrtzeit auf kleineren Schiffen und später noch einmal 2 Jahre Studium zum Seefunkzeugnis 2. Klasse.

Die Ausbildung in den 3 Jahren umfasste neben Elektrotechnik, Elektronik, der Theorie der Hochfrequenzen, Verstärkertechnik auch 4 Sprachen – Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch. Wenigstens ein Semester war praktische Ausbildung an Bord von MS “Johann Gottlieb Fichte”/DCZK. Unser Jahrgang verbrachte fast ein Jahr an Bord dieses Schiffes.

In diesen Jahren mussten wir den Funkdienst erlernen wie ein Handwerk. Die Technik funktionierte vorwiegend noch nach der Formel von Barkhausen und Röhren für Senderendstufen waren noch etwa so groß wie Weinballons. Transistoren waren noch so kleine mysteriöse Dingerchen, die großes können sollten, aber so genau wusste das noch keiner. Später an Bord erhielten wir Schlag auf Schlag Geräte, die mit neuen Bauelementen bestückt waren und hatten permanent unser Wissen auf diesen Gebieten zu erweitern. Zuerst kamen die Transistoren und dann auf meinem Starschiff MS “Karl Marx”/DDXA hatte der Frequenzerzeuger für meinen Hauptsender fast ausschließlich integrierte Schaltkreise.

Am Ende der Ausbildung erhielten wir das Seefunkzeugnis 2. Klasse und eine Urkunde als Seefunk-Ingenieur. 1975 verteidigte ich meine Hausarbeit zur Erlangung des Seefunkzeugnis 1. Klasse erfolgreich.

Ab 1977 bis 1980 besuchte ich erneut die Seefahrtschule, die inzwischen zu einer Hochschule aufgewertet worden war, und beendete sie als Diplom-Ingenieur. Meine Diplomarbeit schrieb ich über den Einsatz der Satellitenkommunikation im Seefunkdienst.